Pluma ist so ein Stück, bei dem die Leute an der Fleischtheke plötzlich sehr selbstsicher klingen. Viele haben den Namen schon gehört, weniger haben sie tatsächlich ordentlich gegrillt. Das ist schade, denn richtig behandelt ist Pluma eines der spaßigsten Schweinefleische, die du auf den Rost legen kannst. Marmoriert, saftig, schnell und mit genau der richtigen Portion selbstverständlicher Attitüde, ohne dass sie dir den halben Tag abverlangt.

Das Schöne an Pluma ist, dass sie luxuriös wirkt, sich aber einfach verhält. Du musst sie nicht hinter schwerer Glasur oder süßer BBQ-Sauce verstecken. Im Gegenteil. Am besten wird sie, wenn du die nussige Tiefe des Fetts mit kräftiger Kruste, etwas Ruhezeit und etwas Säuerlichem, das alles in Schach hält, hervorholst. Heute machen wir das mit Sherry-Vinaigrette, angekohlten Frühlingszwiebeln und ein paar richtig klaren Grillschritten.

Wenn du vor dem Anzünden des Grills mehr über das Fleisch selbst lesen möchtest, gibt es den BBQLovers-Artikel über Iberico-Fleisch, und wenn du den Unterschied zwischen direkter und indirekter Hitze auffrischen willst, ist unsere Übersicht über Grillmethoden ein guter Ausgangspunkt.

Das Rezept in Kürze

Hier verwenden wir Pluma, gern vom Iberico, wenn du sie bekommst, aber normale, gut marmorierte Pluma funktioniert ebenfalls. Das Fleisch wird rechtzeitig gesalzen, bekommt dann über direkter Hitze eine ordentliche Kruste und gart kurz auf indirekter Hitze bis zu einer saftigen Kerntemperatur fertig. Nach dem Ruhen wird es dünn aufgeschnitten und mit einer warm-frischen Vinaigrette aus Sherryessig, Olivenöl, Knoblauch und Petersilie serviert.

Das ist ein Rezept, das im Ausdruck ein bisschen südeuropäisch wirkt und trotzdem ziemlich gut auf eine schwedische Terrasse passt. Einfach zu machen, leicht zu essen und elegant genug, um mehr zu sein als nur noch ein gegrilltes Stück Schwein.

Darum solltest du dieses Rezept ausprobieren

Weil Pluma mehr schwedische Grillabende verdient, ganz einfach. Viele greifen direkt zu Schweinenacken oder Schweinefilet, wenn es schnell gehen soll, aber Pluma gibt bei guter Qualität sowohl mehr Saftigkeit als auch mehr Geschmack. Sie hat genug Fett, um luxuriös zu werden, aber nicht so viel, dass sie schwer wirkt, wenn du sie richtig behandelst.

Ich finde außerdem, dass dieses Rezept eine schöne Lücke zwischen Alltagsgrillen und Low & Slow füllt. Es geht schneller als Ribs, hat mehr Charakter als ein normales Kotelett und ist weniger fummelig, als dem perfekten Schweinefilet hinterherzujagen. Dazu ist es ein gutes Rezept, um das Arbeiten mit zwei Zonen zu lernen: zuerst Kruste aufbauen, dann die Zieltemperatur ruhig und kontrolliert steuern.

Fleischstücke grillen auf einem runden Grill über glühender Kohle, im Hintergrund Frühlingszwiebeln

Rezept: Pluma vom Grill mit Sherry-Vinaigrette und angekohlten Frühlingszwiebeln

Zur Zubereitung springen

Zutaten

Für 4 Personen

Sherry-Vinaigrette

Zum Servieren

Zubereitung

Grillmethode: So gelingt es auf dem Grill

Zwei-Zonen-Grillen passt fast lächerlich gut zu Pluma. Das marmorierte Fleisch mag harte direkte Hitze, um die Kruste zu setzen, aber das Fett braucht auch ein paar zusätzliche Minuten, um weich zu werden und sich buttrig statt gummiartig anzufühlen. Die beste Kontrolle bekommst du, indem du dem Fleisch zuerst Farbe gibst und es dann bei ruhigerer Hitze fertig garen lässt.

Auf einem schwarzen Kamado Joe Classic ist das ein Traumjob. Du bekommst gute Stabilität, guten Luftstrom und genug Hitze für eine schöne Kruste, ohne dem Grill hinterherjagen zu müssen. Ein normaler Holzkohlegrill funktioniert ebenfalls hervorragend. Ein Gasgrill geht gut, wenn du eine deutlich heiße Zone und eine kühlere Seite zum Umlegen hast. Wichtig ist, dass du nicht versuchst, alles die ganze Zeit auf Höchsthitze zu machen.

Ich lasse das Fleisch außerdem meist in Ruhe liegen, sobald es Kontakt mit dem Rost hat. Pluma muss nicht alle dreißig Sekunden hin und her gewendet werden. Lass zuerst die Hitze ihre Arbeit machen, sonst bekommst du gestreifte Farbe, aber nicht die tiefere, gleichmäßige Oberfläche, die so viel ausmacht.

Temperatur, Zeit und Zeichen, dass es fertig ist

Pluma ist nicht wie Schweinefilet, bei dem viele automatisch auf trockene Nummer sicher zusteuern. Hier gewinnst du viel, wenn du im richtigen Temperaturfenster bleibst. Ich finde 63–65°C ideal für eine saftige, zarte Pluma, bei der das Fett sich noch geschmolzen und angenehm anfühlt. Gehst du weit über 68°C, verlierst du einen Teil des Sinns dieses Stücks.

Die Zeit variiert je nach Dicke, aber rechne ungefähr mit 5–6 Minuten direkt und dann 6–10 Minuten indirekt. Wenn das Fleisch fertig ist, soll es sich elastisch, aber nicht hart anfühlen. Die Oberfläche soll tief goldbraun sein mit ein paar dunkleren Partien, und wenn du das Fleisch aufschneidest, soll der Saft klar sein, die Scheiben aber noch glänzend und lebendig aussehen.

Welcher Grill passt am besten?

Kamado und Holzkohlegrill sind hier meine Favoriten, weil beide zwei Zonen schön hinbekommen und dem Fleisch diese etwas trockenere, klarere Oberflächenhitze geben, die Pluma liebt. Ein mattschwarzer Napoleon Rogue als Gasvariante kann aber richtig gut sein, wenn du schnell, sauber und kontrolliert auf der Terrasse kochen willst. Dann musst du nur ordentlich vorheizen und mit dem Deckel nicht schludern.

Ein Offset-Smoker ist für dieses Stück nicht die erste Wahl. Es geht, aber Pluma braucht keine lange Rauchreise, um zu glänzen. Sie will eher entschlossene Hitze und kurze Ruhezeit als viele Stunden im Rauch.

Serviervorschläge

Dieses Fleisch fühlt sich bei allem wohl, das sowohl Textur als auch Säure hat. Ich mag geröstete kleine Kartoffeln mit Flockensalz, ein grobes gegrilltes Brot, das die Vinaigrette aufsaugt, oder einen einfachen Tomatensalat mit gutem Olivenöl. Willst du es mehr in Richtung Grillbeilage halten, ist gegrillter Spitzkohl eine richtig gute Ergänzung, besonders wenn du etwas mit etwas Süße und Salz daneben möchtest.

Serviere die Pluma gern aufgeschnitten auf einer größeren Platte in der Mitte des Tisches. Das passt besser zum Fleisch, als alles auf fertigen Tellern zu verstecken. Die Leute greifen gern nach einer weiteren Scheibe, wenn sie merken, wie schnell sie verschwindet.

Björns Tipps

  • Salze früh, aber pfeffere spät. Dann bekommst du eine bessere Kruste, ohne dass der Pfeffer Gefahr läuft, bitter zu verbrennen.
  • Schneide immer quer zur Faser. Pluma ist zart, aber falsch geschnitten kann sie sich trotzdem unnötig zäh anfühlen.
  • Lass die Vinaigrette erst kurz vor dem Servieren aufs Fleisch kommen, nicht zwanzig Minuten vorher. So behältst du sowohl Kruste als auch Frische.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist, die Pluma zu übergrillen, bis sie sich wie ein trockenes Kotelett verhält. Fast genauso häufig ist, dass man Angst vor dem Fett bekommt und vor dem Grillen zu viel wegschneidet. Gerade die Marmorierung macht dieses Stück erst so lohnend. Ein dritter Fehler ist, das Fleisch direkt vom Grill aufzuschneiden. Dann landet viel von der Flüssigkeit auf dem Schneidebrett statt im Mund, was ein ziemlich schlechter Tausch ist.

Noch etwas: Ertränke das Fleisch nicht in Glasur. Pluma muss nicht versteckt werden. Hast du gutes Fleisch, sollen die Beilagen dem Fleisch helfen und keinen schreienden Wettbewerb um Aufmerksamkeit gewinnen.

Varianten und Anpassungen

Du kannst den Sherryessig notfalls durch Rotweinessig ersetzen, aber Sherry gibt einen runderen, etwas nussigeren Ton, der sehr schön zum Schweinefett passt. Willst du es kräuteriger, kannst du fein gehackten Oregano in die Vinaigrette geben. Willst du mehr Schärfe, reibe etwas frische Chili hinein oder serviere eine leicht rauchige Salsa daneben.

Wenn du neugierig auf weitere Iberico-Teilstücke bist, ist Iberico-Fleisch ein guter Zugang zu dieser Welt. Man bleibt leicht dort hängen, wenn man erst einmal anfängt.

Warum dieses Rezept funktioniert

Pluma funktioniert auf dem Grill so gut, weil das Stück hoch marmoriert ist und trotzdem eine relativ dünne, gleichmäßige Form hat. Dadurch kannst du schnell Kruste über direkter Hitze aufbauen, während das innere Fett gerade genug Zeit hat zu schmelzen, bevor das Fleisch an Saftigkeit verliert. Genau die Kombination aus kräftiger Kruste und kurzem indirektem Finish gibt sowohl Textur als auch Kontrolle.

Die Sherry-Vinaigrette leistet ebenfalls wichtige Arbeit. Das Fett der Pluma trägt Geschmack, aber ohne Säure kann das Gericht schwer wirken. Der Essig, die Zitrone und die angekohlten Frühlingszwiebeln brechen es mit Frische und leichter Bitterkeit, während die Petersilie einen frischen grünen Akzent setzt. Das Ergebnis ist, dass das Fleisch noch saftiger wirkt, nicht fetter. Das ist ein wichtiger Unterschied. Und wenn du das Fleisch außerdem vor dem Aufschneiden ruhen lässt, hat die Flüssigkeit Zeit, sich zu setzen, sodass jede Scheibe glänzend und zart wird statt nass auf dem Brett und trocken auf dem Teller.

FAQ

Was ist Pluma eigentlich?

Pluma ist ein marmoriertes Teilstück aus dem Vorderteil des Schweins, nahe Nacken und Kotelettstrang. Es ist dünn, aromatisch und auf dem Grill sehr dankbar.

Muss es Iberico sein?

Nein, aber Iberico gibt oft zusätzliche Tiefe und Marmorierung. Findest du normale Pluma in guter Qualität, funktioniert das ebenfalls gut.

Welche Kerntemperatur soll Pluma haben?

Ziele auf 63–65°C für saftige Pluma. Willst du sie stärker durchgegart, kannst du bis auf 68°C gehen, aber geh nicht höher als das.

Kann ich Pluma marinieren?

Ja, aber halte die Marinade einfach und vermeide zu viel Zucker. Dieses Stück muss nicht hinter schwerer Würzung versteckt werden.

Was passt zum Trinken?

Ein frisches Lagerbier, ein leichter roter Rioja oder eine alkoholfreie Alternative mit deutlicher Säure passt sehr gut sowohl zum Fett als auch zur Vinaigrette.

Pluma ist ein bisschen wie der Gast, der nicht am lautesten ist und trotzdem zum Gesprächsthema des Abends wird. Nicht weil sie es versucht, sondern weil sie einfach liefert. Und das ist tatsächlich eine ziemlich schöne Eigenschaft, bei Fleisch wie bei Menschen.

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