In Schweden ist der Chili-Anbau zu einem richtigen Trend geworden.
Das macht riesigen Spaß, und Chilipflanzen sind ziemlich leicht zu ziehen und dankbar im Umgang.
Du brauchst nur etwas Geduld und musst ihnen viel Liebe geben.
Als Inspiration, welche Sorten du anbauen kannst, findest du auch unseren Chili-Anbau des Jahres.
Wenn du deine Samen bekommen hast, willst du natürlich sofort mit dem Anbau loslegen.
Die beste Aussaatzeit ist Januar bis März. So schaffst du es, bis zum Sommer Früchte zu bekommen.
Zuallererst musst du deine Samen etwa 24 h einweichen.
Das liegt daran, dass sie lange Zeit trocken gelegen haben, und es bringt sie zum Keimen:
Will man den Vorgang etwas beschleunigen, kann man beim Einweichen 1 ml Backpulver auf 1 dl Wasser geben.
Das hilft, die harte Haut der Samen aufzulösen, und sie keimen leichter.
Wenn du die Samen einen Tag lang eingeweicht hast, ist es Zeit zum Einpflanzen.
Dafür gibt es verschiedene Wege.
Ein Anzuchtgewächshaus kann eine gute Investition sein.
Dort hast du ganz kleine Töpfe und einen Deckel, der hilft, die Feuchtigkeit zu halten.
Ansonsten pflanzt man den Samen einige Millimeter tief in leicht feuchte Anzuchterde. Achte darauf, dass die Erde nicht nass sein darf, sondern nur
feucht. Stülpe eine durchsichtige Plastiktüte darüber, um die Feuchtigkeit im Topf zu halten.
Mach dir keine Sorgen, wenn nicht alle Samen keimen. Es ist ziemlich normal, dass nicht alle aufgehen.
Stelle sie an einen warmen Platz. Es sollten etwa 25–30°C sein, damit deine Samen schnell keimen.
Licht brauchen die Samen zum Keimen nicht, aber sobald deine kleinen Pflänzchen aus der Erde schauen, brauchen sie Licht.
Im Frühling und Sommer funktioniert es gut, sie in ein sonniges Südfenster zu stellen.
Ein passender Zeitpunkt, um die Samen auszusäen, wenn du bis zum Sommer ernten willst, ist Januar bis März.
Ich empfehle irgendeine Form von zusätzlichem Licht. Es muss nichts Aufwendiges sein, eine einfache Leuchtstoffröhrenleuchte oder Energiesparlampen reichen. Willst du deinen Pflanzen einen guten Start geben, ist das ein Muss.
Sonst besteht die Gefahr, dass sie sich zum Licht strecken und lang und schlaksig werden.
In dieser Phase gießt du sparsam, die Erde soll nur feucht sein. Sonst ertränkt man leicht die Wurzeln, und die Pflanze stirbt.
Es reicht, mit einer Sprühflasche etwas lauwarmes Wasser aufzusprühen, wenn die Erde anfängt zu trocknen.
Wenn die Pflanzen ihre echten Blätter bekommen haben, also das zweite Blattpaar, topfst du sie in einen neuen, etwas größeren Topf um.
Sind die Pflanzen etwas in die Höhe geschossen, pflanzt du sie so ein, dass das erste Blattpaar knapp über der Erde sitzt.
Gib ihnen weiterhin die ganze Zeit Licht.
Achte darauf, dass die Töpfe Abzugslöcher haben sollten. Wenn sie das von Haus aus nicht haben, bohrst du einfach ein paar Löcher in den Boden.
Beim Umtopfen verwendest du nicht mehr die nährstoffarme Anzuchterde, sondern wechselst auf normale Blumenerde, oder, wie es viele machen, auf Rosenerde, die sich hervorragend für Chilipflanzen eignet.
Manche mischen etwas Perlit oder Vermiculit unter, damit die Erde lockerer wird und die Pflanzen leichter Wurzeln bilden.
Nach dem Umtopfen brauchst du erst nach etwa 3 Wochen Dünger zuzugeben.
Es gibt verschiedene Arten von Dünger, ich verwende Biobact Tomat. Den gibt es auch als Chili-Variante, ich weiß aber nicht, ob sie sich sehr vom Tomatendünger unterscheidet. Bei mir hat es gut funktioniert.
Jetzt musst du nur noch ab und zu nach deinen kleinen Pflanzen sehen.
Gib ihnen viel Liebe, dann klappt es bestimmt.
Nach einer Weile ist es Zeit, noch einmal umzutopfen. Das machst du, solange du Lust dazu hast.
Denk daran: Je größer der Topf, desto größer die Pflanze. Manche Pflanzen können richtig groß werden.
Schädlinge
Leider bekommen die meisten irgendwann Schädlinge.
Ich bekomme ab und zu Läuse an meinen Pflanzen.
Das löst man einfach, indem man eine Seifenspiritus-Lösung anrührt und dort aufsprüht, wo die Läuse sitzen.
Sie ist weder für die Pflanze noch für die Früchte schädlich.
Rezept: So gelingt dir der Chili-Anbau